Rental Family – Familienglück lässt sich mieten, auch auf Japanisch!

Rental Family ist ein lustiger und unterhaltsamer Familienfilm über die Annäherung der westlichen und japanischen Kultur.

Christina Schäfer hat sich den japanischen Film “Rental Family” in deutscher Synchro im UFA Palast Düsseldorf angeschaut. Als Bachelorabsolventin der Medien- und Kulturwissenschaft mit einem Schwerpunkt in ‘Modernes Japan’ fokussiert sie sich in ihrer Rezension auf das Zusammenspiel zwischen den westlichen und fernöstlichen Kulturen im Film.

In einem öffentlichen Café in Japan sitzt ein kleines Mädchen und zeichnet. Es weiß noch nicht, dass seine Mutter ein Treffen mit ihrem Vater arrangiert hat. Als besagter Mann auftaucht, schreit das Mädchen ihn wütend an, weil er sie im Stich gelassen hatte, und rennt weg. Der Mann verfolgt sie und versichert irritierten Passant*innen „Ich kenne sie“.

Absurder wird es für das Publikum, das bereits weiß, dass der Mann nicht ihr echter Vater ist. Die Mutter hat ihn gemietet, um den Vater zu spielen, damit die Tochter auf eine Elite-Universität gehen kann. Das sollte ihr erstes Treffen werden.

Der Film Rental Family pendelt immer wieder zwischen komödialen und hochemotionalen Szenen, ohne aus seinem seichten, familiären Wohlfühlsetting zu entgleisen. Der Film stammt aus der Feder der japanischen Regisseurin HIKARI, von der auch 37 Seconds aus dem Jahr 2019 stammt – ein Film über die Entdeckungsreise einer jungen Frau mit Zerebralparese. Mit ihrem neusten Film beweist HIKARI, dass sie weiß, wie berührende Dramen mit außergewöhnlichen Charakteren geschrieben werden.

Ein amerikanischer Schauspieler startet durch

In Rental Family tritt der erfolglose, amerikanische Schauspieler Phillip Vanderpleog, gespielt von Brendan Fraiser, als „Quotenweißer“ einer Agentur für Mietfamilien bei. Diese basiert auf einen real existierenden japanischen Service und vermietet Personen, die für Angehörige und Familien in verschiedene Rollen schlüpfen, um ihnen eine Freude zu bereiten. Hier wird Phillip für zahlreiche, teils bizarre Gelegenheiten gebucht wie beispielsweise eine Beerdigung oder eine Shintō-Hochzeit, was ihn schließlich auch zu der Familie der kleinen Mia führt. Doch wird sie auch hinter seinem wahren Beruf kommen?

Rental Family ist nicht nur für alle diejenigen geeignet, die bei einem Film gerne herzlich lachen oder Familiendramen genießen, sondern auch für alle Interessent*innen der japanischen Kultur. Mit beeindruckenden Aufnahmen des Fujis und der Sakura, die japanische Kirschblüte, wirft die Kamera einen bildschönen Blick auf Japan. Doch auch die Kultur wird in all seinen Facetten beleuchtet, wenn beispielsweise an einem Schrein zweimal geklatscht wird, um die Götter zu ehren, oder Yakiniku, dünne Fleischscheiben auf einem traditionellen Grill gebraten werden. Gleichzeitig spricht der Film soziale Probleme in Japan an, beispielsweise die Skepsis gegenüber Ausländer. „Du bist ein gaijin“, macht die Agentur-Chefin Phillip von Anfang an klar. Er ist ein Ausländer, er wird nie Teil der geschlossenen, japanischen Kultur sein. Doch der Film zeigt auch, wie sich zweierlei unterschiedliche Kulturen Stück für Stück annähern können. Dies zeigt sich unter anderem auch daran, dass der Film zwar auf Deutsch synchronisiert ist, aber oft Japanisch gesprochen und dazu Untertitel eingeblendet werden. Diese intensive Berührung zwischen den Kulturen macht den Film zu einem emotionalen Spektakel auf der großen Leinwand.

Der Film ist im Abo von Disney+ verfügbar. Auf weiteren Streaming-Plattformen wie Amazon Prime und Apple TV lässt er sich kaufen und leihen.

Foto: unsplash / Krists Luhaers

Christina Schäfer
Christina Schäfer

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